Nach knapp einem Jahr des Social-Distancing stehen nun viele vor der Entscheidung, ob sie das Fest der Nächstenliebe mit ihren Familien und Freunden feiern. Vor allem ältere Menschen und Risikopersonen verzichten einmal mehr auf den persönlichen Kontakt mit ihren Liebsten.

Aber auch abgesehen von Corona erhöhen viele Faktoren des modernen Lebens das Einsamkeitsrisiko. Die älter werdende Bevölkerung, die steigende Anzahl an Singles und lose Familienstrukturen tragen dazu bei, dass viele Menschen Weihnachten ungewollt alleine feiern.

Zusätzlich verschärft sich die Situation heuer noch dadurch, dass weder Theater- und Kinobesuche, noch der Besuch des Lieblingsrestaurant oder ein verdienter Kurzurlaub möglich sind.

Aus Angst vor Traurigkeit und negativen Gefühlen schieben viele Alleinstehende, die Gedanken an Weihnachten vor sich her, bis es zu spät ist - der Weihnachtsblues steht vor der Tür! Besser wäre es, sich rechtzeitig Gedanken darüber zu machen, wie sich die Zeit, trotz vorhandener Einschränkungen, aktiv gestalten lässt.

Das planen von genussvollen Momenten kann zu einer positiven Stimmung beitragen und schützt vor plötzlicher Leere. Dabei entscheidet jeder für sich, welche Unternehmungen das sein könnten.

  • Ein köstliches Essen und vielleicht ein guter Wein dazu,
  • ein besonderes Geschenk an sich selbst,
  • ein gutes Buch oder ein spannender Film,
  • ein entspannendes Bad bei Kerzenschein,
  • ein Winterspaziergang, etc.

Vielleicht ist es auch möglich, ein Telefonat oder einen Videocall mit einem guten Freund zu vereinbaren? Oder eine gemeinsame sportliche Aktivität im Freien für die Feiertage zu planen?

Weihnachts-Blues - Buch lesen unter Weihnachtsbaum

All jene, die in der glücklichen Lage sind, gemeinsam mit ihrer Familie zu feiern, haben vielleicht irgendwo einen alleinstehenden Freund, Nachbarn oder Verwandten, der sich über einen Anruf oder eine Einladung freut. Oft reicht ein kurzes nettes Gespräch oder eine kleine Aufmerksamkeit in Form einer Postkarte aus, um die Einsamkeit der Betroffenen zu lindern.

Menschen, die über die Feiertage dennoch in eine seelische Krise geraten, sollten sich auf jeden Fall Hilfe bei der Telefonseelsorge Österreich (www.telefonseelsorge.at, Notruf 142 sowie E-mail- und Chat-Beratung) oder der OÖ Krisenhilfe (www.krisenhilfeooe.at, Tel: 0732/2177) holen. Hier stehen Mitarbeiter rund um die Uhr für kostenlose anonyme Beratungsgespräche zur Verfügung.

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.